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Kinderfahrrad Ratgeber – Die wichtigsten Fakten im Überblick

kinderfahrrad ratgeberNach dem Laufen lernen können es Kinder häufig gar nicht erwarten, so schnell Fahrrad zu fahren wie die Großen. Schließlich gibt es diverse Möglichkeiten, bereits in jungen Jahren erste Erfahrungen auf Rädern zu sammeln. Laufräder oder Tretroller eignen sich beispielsweise dafür. Damit können sich Kinder optimal auf das Radfahren vorbereiten – Sie lernen zu lenken, zur rechten Zeit zu bremsen und das Gleichgewicht zu halten.

Wenn Ihr Kind sich auf diesen Gefährten sicher fühlt, kann nur wenige Monate später über den Kauf eines 12 Zoll Kinderfahrrads nachgedacht werden. Diese sind noch äußerst klein und werden folglich auch gern als Spielfahrrad eingestuft, das im Normalfall nur auf Gehwegen zugelassen ist. In diesem Zusammenhang sollte hinzugefügt werden, dass Kinderfahrräder bis 18 Zoll gemäß DIN 79110 verkehrsrechtlich nicht tauglich für den Straßenverkehr sind. Davon kann man bei einem 24 Zoll Kinderfahrrad mit voller Ausstattung natürlich nicht mehr sprechen.

Man merkt also schon, dass ein Kinderfahrrad nicht gleich ein Kinderfahrrad ist, denn es existieren mehrere Größen für die entsprechenden Altersklassen. Entsprechend sollten für ein 5-jähriges Kind andere Kriterien gelten als für ein 12-jähriges.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die verschiedenen Größen von Kinderfahrrädern bis 24 Zoll sowie wichtige Informationen, worauf beim Kauf eines Kinderfahrrads Wert gelegt werden sollte.

Ein Überblick über die verschiedenen Kinderfahrrad Größen

Die richtige Größe des Fahrrads ist der Grundbaustein, damit Ihr Kind sowohl sicher fahren kann als auch Freude daran hat. Wählt man ein zu großes Rad, kann nicht die notwendige Kontrolle über das Rad ausgeübt werden, was es gerade später im Straßenverkehr oder während einer Radtour mit der Familie unbedingt zu vermeiden gilt.

12 Zoll Kinderfahrrad

Ein 12 Zoll Kinderfahrrad ist ab einem Alter von ca. 3 Jahren zu empfehlen, die Körpergröße sollte 95cm betragen. Als klassisches Einstiegsfahrrad kann es genauso als Spielfahrrad bezeichnet werden. An Kriterien wie Gangschaltung ist bei dieser Größe noch nicht zu denken, dafür erfordert es andere wichtige Merkmale wie eine geschlossene Kettenführung aus Kunststoff zum Schutz des Kindes.

14 Zoll Kinderfahrrad

Ab einer Größe von ungefähr 1 Meter kann über den Kauf eines 14 Zoll Fahrrads nachgedacht werden. Räder dieser Größe werden ebenfalls als Spielfahrrad klassiert. Zu achten ist zum Beispiel auf einen tiefen Einstieg und einen Prallschutz am Lenker. Da der Übergang bei den kleinen Größen aufgrund des schnellen Wachstums der Kinder fließend ist, sind 14 Zoll Kinderräder relativ selten.

16 Zoll Kinderfahrrad

Anders verhält es sich bei einer Größe von 16 Zoll. Denn wenn Ihr Kind die 1 Metermarke überschritten hat und motorisch schon sehr weit ist, empfiehlt sich bereits oft ein 16 Zoll Kinderrad. Dies ist unter Umständen sogar schon mit 4 Jahren möglich. Bei wirklich sicherer Umgangsweise kann das Rad durch Nachrüsten von Sicherheitskomponenten wie der Lichtanlage die Einstufung als Spielfahrrad ablegen und für den Straßenverkehr zugelassen werden.

18 Zoll Kinderfahrrad

Ein 18 Zoll Rad ist die letzte Größe, bei der ein Kinderfahrrad als Spielzeug gilt. Es kann ab einem Alter von ungefähr 6 Jahren in Erwägung gezogen werden. Die Körpergröße sollte ca. 1,15 Meter betragen. Wie bei der vorherigen Größe schon gesagt, darf ein 18 Zoll Kinderfahrrad mit sicherheitsrelevanter Ausstattung (Klingel, Lichtanlage, Reflektoren) im Straßenverkehr genutzt werden. Empfehlenswert ist dies jedoch wenn überhaupt in verkehrsberuhigten Bereichen.

 

Kinder, die jünger als 8 Jahre alt sind, müssen mit ihrem Rad auf dem Gehweg fahren, unabhängig davon, ob ein Radweg vorhanden ist oder nicht und wie das Fahrrad ausgestattet ist. Bis zum 10. Geburtstag haben die Kinder dann die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob sie Gehweg, Radweg oder Straße wählen. Ab 10 Jahren müssen sie auf Radwegen oder auf der Straße fahren.

 

20 Zoll Kinderfahrrad

Im festen Grundschulalter ist ein 20 Zoll Fahrrad für Ihr Kind angemessen. Der Bereich der sogenannten Kinderstraßenfahrräder ist mit dieser Größe erreicht. Im Zuge dessen sollte lieber einmal mehr darauf geachtet werden, dass die Schrittlänge bei mindestens 55cm liegt. Als Schulkind wird man nun häufiger am Straßenverkehr teilnehmen, weshalb ebenso eine entsprechende Ausstattung für diese Zwecke unbedingt vorhanden sein muss.

24 Zoll Kinderfahrrad

Im standardmäßig letzten Grundschuljahr lohnt sich der Umstieg auf ein 24 Zoll Fahrrad. Voraussetzung sollte sein, dass Ihr Kind mindestens eine Größe von 1,40 Meter erreicht hat. Als Schrittlänge sollten gute 70 cm erreicht werden können. Auf einen tiefen Durchstieg muss nun beispielsweise nicht mehr geachtet werden, dafür sollte das Rad in jedem Falle über Dinge wie eine Lichtanlage und eine Gangschaltung verfügen.


Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung der Kinder sind die Größenangaben im Verhältnis zum Alter des Kindes nie allgemein gültig. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie die Schrittlänge Ihres Kindes messen. Dennoch haben wir einige Angaben zusammengetragen, an denen Sie sich orientieren können.

KindesalterKörpergrößeSchrittlängeMaximale SattelhöheFelgengröße
2 - 3 Jahre95 cm38 cm42 cm12 Zoll
3 - 4 Jahre101 cm42 cm47 cm12 - 14 Zoll
4 - 5 Jahre108 cm47 cm52 cm12 - 16 Zoll
5 - 6 Jahre115 cm51 cm55 cm14 - 18 Zoll
6 - 7 Jahre122 cm55 cm59 cm16 - 20 Zoll
7 - 8 Jahre128 cm59 cm64 cm18 - 20 Zoll
8 - 9 Jahre134 cm62 cm67 cm18 - 20 Zoll
9 - 10 Jahre140 cm66 cm72 cm20 - 24 Zoll
10 - 11 Jahre146 cm70 cm75 cm24 Zoll

Worauf sollte bei einem Kauf von einem Kinderfahrrad geachtet werden?

Es gibt einige Qualitätsmerkmale, auf die es zu achten gilt beim Kauf eines Kinderfahrrads. Das geht schon bei der Rahmengröße und Form los und endet bei kleinen, aber dennoch wichtigen Sachen, wie zum Beispiel einer gute Lichtanlage.

Kinder befinden sich noch im Wachstum, weswegen man weise wählen sollte. Was benötigt das Kind jetzt? Welche Eigenschaften muss das Fahrrad in 2 oder 3 Jahren besitzen?

Ergonomie

Bei der Rahmenhöhe sollte man darauf achten, dass der Einstieg keine Probleme bereitet. Dies ermöglicht Ihrem Kind das schnelle Auf- oder Absteigen in Gefahrensituationen. Hierbei sollten Sie übliche Unterteilungen in Jungenfahrrad und Mädchenfahrrad vernachlässigen. Bei Fahrrädern für Jungen ist das Oberrohr meist zu hoch angesetzt.
Bei der Verstellbarkeit des Sattels sollte man unbedingt darauf Acht geben, dass genügend Spielraum für Veränderungen bleibt. Verzichten Sie auf den genügend großen Verstellbereich, müssen Sie bereits nach wenigen Monaten ein neues Fahrrad kaufen, da Ihr Kind wächst.
Dasselbe gilt übrigens für den Fahrradlenker. Auch dieser sollte über ausreichende Verstellmöglichkeiten verfügen. Auch die Neigung sollte sich verändern lassen können, damit das Kind bei zunehmender Größe keine falsche Haltung während des Fahrens einnimmt. Auch ist es empfehlenswert auf einen Prallschutz zu achten. Dies ist eine Polsterung, die den Lenker umgibt und Verletzungen beim Sturz mildern kann.

Ausstattung

Die Reifen von einem Kinderfahrrad sollten unbedingt griffig sein und Stöße gut abfedern können. Auf dem Markt haben sich hier 17-er Reifen durchgesetzt. Der Reifendruck sollte vorne 2,5 – 3,0 Bar und hinten 3,0 – 3,5 Bar betragen. Bei Spielfahrrädern sollten die Reifen auf keinen Fall schmaler, als 37 mm sein.
Die Pedale sollten bei Kinderfahrrädern groß und rutschfest sein.
Auch scharfe Kanten oder Zacken sollten nicht vorhanden sein. Deswegen bestehen die meisten Pedalen von Kinderfahrrädern aus robustem Kunststoff. An manchen Pedalen sind sogar Reflektoren angebracht.
Eine Gangschaltung wird meist erst bei Jugendfahrrädern empfohlen. Kleine Kinder sollen spielerisch lernen, mit dem Fahrrad umzugehen und können oftmals auch gar nicht korrekt mit einer Gangschaltung umgehen. Deswegen verfügen manche Kinderfahrräder über eine 3-Gang Nabenschaltung. Damit kann das Kind leicht umgehen und spielerisch lernen, mit einer Gangschaltung umzugehen. Von einer Kettenschaltung raten wir bei Kindern eher ab.
Der Gepäckträger über dem Hinterrad sollte keinerlei scharfe Kanten oder Spitzen besitzen, außerdem sollte der Klappmechanismus weder zu leicht- oder gar schwergängig für das Kind sein. Ein Gepäckträger am Lenker sollte natürlich auch keine gefährlichen Kanten besitzen. Auch sollte man im Hinterkopf behalten,
dass Kinder vor allem zu Beginn oft stürzen und ein Gepäckträger am Lenker leichter Schaden nimmt.

Sicherheit

Eigentlich sollte die Bremsanlage bei Kinderfahrrädern bis 20 Zoll immer aus einer hinteren Rücktrittbremse und vorderen Felgenbremse bestehen, so wie es bei allen Fahrrädern mit Nabenschaltung üblich ist. Für ein Kind ist eine Rücktrittbremse viel einfacher und intuitiver zu bedienen, als eine zweite Felgenbremse. Kinder verwechseln oftmals auch die beiden Bremshebel und betätigen somit ausversehen die Vorderbremse. Niemand möchte, dass sein Kind beim Bremsvorgang über den Lenker fliegt.
Bei Kinderfahrrädern ist ein Lichtanlage zwar nicht vorgeschrieben,
aber dennoch sollten Sie darüber nachdenken, ein vorderes und ein Rücklicht nachzurüsten. Rückstrahler und Reflektoren sind allerdings Pflicht. Eine ausreichende Beleuchtung sorgt zusätzlich für gute Sichtbarkeit, zum Beispiel im düsteren Herbst.
Zwar gibt es in Deutschland keine Helmpflicht für Kinder,
jedoch sollten Sie ihr Kind keineswegs ohne Fahrradhelm fahren lassen. Der Helm sollte weder zu groß noch zu klein sein. Achten Sie außerdem auf Lüftungsschlitze und das TÜV-GS Zeichen zusammen mit der DIN EN 1078 (EU-Norm).